Ich glaube heute von mir sagen zu müssen, das ich (Esel) erst gehandelt und dann nachgedacht habe. Zuerst die Ketten gesprengt, in der Hoffnung, das sich Freiheit danach von selbst einstellt -, wobei Ketten schlimmer klingt, als es es wirklich war, und Sprengung für den stattgefundenen Vorgang eher eine Verniedlichung ist.
Doch, nachdem sich die Rauchschwaden verzogen hatten und ich wie Phoenix aus der Asche der midlife crisis entsteigen wollte, Nichts!
Heute, Jahre nach dem Crash, gibt es sie mittlerweile. Kleine gefühlte Momente der Freiheit. Es gab sie schon immer, nur, jetzt erst gebe ich ihnen diesen Wert. z.B. ist Freiheit heute für mich, in diesem blog hier zu schreiben – oder nicht. Das liest sich simpel und klingt nicht sehr erkenntnisreich – ja, und genau das ist es auch.
Wenn ich hier schon lange nichts mehr geschrieben habe und und der blog in die Nähe des Webfriedhofs rückt, dann lehne ich mich zurück und empfinde ein Gefühl von Freiheit – nicht schreiben zu wollen, auch manchmal nicht schreiben zu können, aber vielleicht eher, nichts schreiben zu müssen. Es ist kurz, flüchtig, und, ich bestimme aus mir heraus den Wert dieses Augenblicks.
Freiheit muss nichts großes sein, es ist die persönliche Interpretation eines Moments, und vor allem - fühlbar. Allerdings, sie ist nicht bedinungslos, und das ist die eigentliche Erkenntnis. Ohne Beiträge – keine Leser, keine Kommentare, keine Anerkennung.
Somit stimmt es schon, wie P. oft sagt: Freiheit ist die Entscheidung “ für etwas..“. Aber, füge ich hinzu, es ist auch die Entscheidung „gegen etwas“.
Und ich glaube, wenn ich mir so weiter meine Gedanken mache, ob im Sinn des Lebens, der Liebe, des Glaubens, der Freiheit – durch die Entscheidung „für etwas“ entscheidet man sich auch immer „gegen etwas“ und das die tiefere Bedeutung sich einem nicht erschließt, wen man dem „gegen etwas“ in seiner Betrachtung nicht auch seine allerhöchste Hochachtung zu schenken bereit ist.