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Einzelbeitrag
Seit 09.06.2009 in der Kategorie Erzählung
Und ein Schriftsteller beginnt ein Buch: Der Autor dokumentiert seine Arbeit in einem Blog. [die BB-Red.]
André Baquero Brun geht spazieren. (I.1.)
Kaum auf und mit einem ersten Kaffee die Nacht aus dem Mund gespült, verlässt André Baquero Brun mit seiner kleinen Hündin Bala das Haus. Ungeduldig zieht sie ihn links den Lohningerweg entlang bis zum ersten Zebrastreifen.
Sie überqueren die Straße und biegen, die Morgendämmerung im Rücken, rechts in den Egelseeweg ein. Hier, an den Hecken, Balas erste Pinkelpause, dann geht es weiter, rechts an niedrigen Wohnblöcken, links an schicken Zweifamilienhäusern vorbei. Immer geradeaus. Über den Zielhagweg hinaus auf einen ungepflasterten Landweg, der in einer weiten Schlaufe an Feldern und Äckern vorbei-, um den Egelsee herum- und schließlich zum Zielhagweg zurückführt. Links dann den Hügel hinauf bis zum Zieglerweg, wo Bala in einen Garten hinein ihr großes Geschäft verrichtet. Mit dem warmen Plastiksäckchen in der Hand geht es nun wieder nach Hause zu. Der Zieglerweg mündet in den Lohningerweg, direkt vor dem Gebäude, in dem André Baquero Brun seine Wohnung hat.
Jeden Morgen dieselbe Route, zwanzig Minuten frische Luft, Ablenkung, Vergessen. Es gibt Tage, an denen André Baquero Brun es zu Hause nicht aushält. An solchen Tagen legt er diese Strecke mehrmals zurück, zwei, dreimal allein am Morgen.
Das Schlimmste dabei ist das Heimkommen. Das Innehalten vor dem Briefkasten und die Frage, öffnet er ihn jetzt oder erst, wenn er heimkommt. Das nächste Mal, nach dem nächsten Spaziergang.
Markus A. Hediger
Gebloggt am 12.05.2009 in Nach Eden.
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